04.05.2022 / Case

Politische Kommunikation zum Wert von Gesundheitsdaten für die private Forschung

Branche

Gesundheitswesen

Unternehmensgröße

Rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland

Projektzeitraum

2021-2022

Beratungsfeld

Public Affairs

 

Problem

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist im vollen Gange. Digitale Plattformen und Dienste wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das eRezept sollen die Gesundheitsversorgung verbessern. Ein zentrales Thema dabei: Gesundheitsdaten.

In einem sind sich alle Akteure einig: Daten sind der Schlüssel für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Doch im Umgang mit Gesundheitsdaten gibt es noch Uneinigkeit: Vom Datenschutz über Qualität und Interoperabilität von Daten bis hin zur Nutzung für Forschungszwecke. Ein zentraler Aspekt für Gesundheitsunternehmen: Laut aktueller Gesetzgebung haben private Forschungseinrichtungen keinen Zugang zu Daten des Forschungsdatenzentrums, in dem sogenannte Real-World-Daten aus der -Gesundheitsversorgung gesammelt werden sollen. Diese sind von großem Wert für die Erforschung und Entwicklung innovativer Therapien, weil sie die Versorgungsrealität abbilden.

Kommunikative Aufgabe war es, dieses ungenutzte Forschungspotenzial bei politischen Entscheiderinnen und Entscheidern sowie im vorpolitischen Raum zu adressieren.

Prozess

SKM hat zunächst gemeinsam mit dem Kunden die politische Situation und das Stakeholder-Umfeld analysiert. Dazu zählten die Positionen der Parteien, relevanter Abgeordneter sowie von Verbänden und eine umfassende Beobachtung der Medienberichterstattung rund um den Umgang mit Gesundheitsdaten. Dabei wurde schnell deutlich, dass es sowohl in der Politik als auch im vorpolitischen Raum sowie auf Verbändeseite bereits einige Befürworterinnen und Befürworter einer gesetzlichen Gleichstellung privater Forschungseinrichtungen beim Zugang zu relevanten Daten auf Basis eines entsprechenden Antragsverfahrens gibt.

Lösung

Auf Basis der Analyse hat SKM eine Kommunikationsstrategie mit einem umfassenden Maßnahmen-Paket für die politische Positionierung des Mandanten entwickelt. Der Fokus lag dabei auf der Darstellung praktischer Beispiele der Datennutzung durch das Unternehmen. Ziel war es, sowohl bei den politischen Zielgruppen wie auch im öffentlichen Diskurs deutlich zu machen, wie wichtig der Zugang zu relevanten Datenquellen für private Forschungseinrichtungen ist, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu verbessern. Ein Aspekt war dabei die Bundestagswahl 2021. Diese wurde als Chance gesehen, rechtzeitig vor der Festlegung der politischen Schwerpunkte durch die neue Regierung auf das Thema aufmerksam zu machen. Zu den Maßnahmen zählte unter anderem:

  • Kommunikative Vorbereitung und Begleitung eines Event-Formats zum Thema Gesundheitsdaten
  • Konzeption und Produktion eines Animationsvideos, das die Vorteile der Datennutzung für Forschung und Patienten aufzeigt
  • Inhaltliche Vorbereitung von Auftritten auf externen Events, z.B. durch Redeskripte, Argumentationshilfen und Q&A
  • Fortlaufende Social-Media-Kommunikation für ausgewählte Führungskräfte und Beschäftigte
  • Entwicklung mehrerer politischer Positionspapiere zu Themen und Potenzialen der Datennutzung

Das Thema nahm nicht nur bei unserem Kunden, sondern in der gesamten Branche immer mehr an Fahrt auf. Ende 2021 zeigten sich im Koalitionsvertrag der neuen Regierung bereits erste Erfolge: Die Regierung hat die große Relevanz des Themas Gesundheitsdaten erkannt und adressiert. Neben der Planung eines Dateninstituts und einer Datennutzungsstrategie spricht sie sich nun auch ausdrücklich für einen besseren Datenzugang für öffentliche und private Forschungseinrichtungen aus. Jetzt geht es um die kommunikative Begleitung der Umsetzung dieser Vorhaben, für die die oben genannten Maßnahmen weiter fortgeführt werden.